Die meisten täglichen Aufgaben eines Systemadministrators werden vom Großteil der anderen Mitarbeiter leider nicht wahrgenommen. Eigentlich erinnert sich der gemeine User ohnehin nur an den Admin, wenn irgendetwas nicht funktioniert. Das allerdings mehr dazu gehört den Laden am Laufen zu halten, als ab und an einen Server neu zu starten scheint für einige unbegreiflich.



Auf dieser Seite schreibe ich schon seit mehreren Jahren über die Aufgaben eines Systemadministrators und auch über so manche Steine, die ihm dabei manchmal in den Weg gelegt werden. Daher möchte ich an dieser Stelle einmal die aus meiner Sicht wichtigen Aufgaben berichten:

1 | Der DNS-Server

Die wichtigste Komponente im Active Directory ist und bleibt der DNS-Server. Ich denke, mehr als 80% der Probleme im Windows Netzwerk lassen sich auf das Domain Name System (DNS) zurückführen. Aus diesem Grund sollte jeder Admin den Umgang mit dem DNS-Server beherrschen und auch die wichtigsten Tools kennen, mit dem sich dieser verwalten lässt.

Wer noch keine Erfahrung mit dem DNS-Server hat, dem kann ich meinen Artikel DNS Server einrichten empfehlen. Dort beschreibe ich Schritt für Schritt die Installation und Konfiguration des DNS-Servers.

2 | Der DHCP-Server

Nicht ganz so wichtig wie das DNS ist das Dynamic Host Configuration Protocol – kurz DHCP. Mit diesem Protokoll können Server und Clients mit den wichtigsten Netzwerkinformationen versorgt und konfiguriert werden. Hauptsächlich wird DHCP dafür genutzt, um Clients mit IP-Adressen und Informationen zu DNS-Servern und Routing zu versorgen. Aber auch die Angabe von Zeitservern oder des nächsten SIP-Proxy bei VoIP-Telefonie kann zu den Aufgaben eines DHCP-Servers zählen.

Wie beim DNS-Server habe ich auch hier eine Anleitung geschrieben, welches die Einrichtung eines DHCP-Servers beschreibt.

3 | Dateiserver – Netzlaufwerke verwalten

Zu den häufigsten Aufgaben eines Systemadministrators gehören alle Aufgaben rund um die Dateiserver. Mitarbeiter produzieren Daten in Form von Dateien und Verzeichnissen. Die Zugriffe hierzu müssen natürlich reglementiert werden, denn nicht jeder Mitarbeiter darf Zugriff auf alle Dateien haben. Der Zugriff auf die Netzlaufwerke wird meistens über Gruppenrichtlinien konfiguriert. Die NTFS-Berechtigungen können z.B. auf Gruppenebene über das Active Directory verwaltet werden.

Oft werden dazu aber auch externe Tools eingesetzt, welche auch für Datenaudits verwendet werden können (z.B. Varonis). Vollkommen egal, wie der Admin den Datenzugriff verwaltet, der unberechtigte Zugriff auf vertrauensvolle Informationen kann einem Admin den Arbeitsplatz kosten – ein fahrlässiger Umgang mit dem Thema verbietet sich daher.

4 | Schutz vor unberechtigtem Zugriff

Der Schutz der Unternehmensdaten wird leider in vielen Unternehmen sehr vernachlässigt. Natürlich kann man es bei diesem Thema auch übertreiben, jedoch sollte ein gewisser Grundschutz und dessen Einhaltung zu den täglichen Aufgaben eines Systemadministrators zählen. Dabei sollten die folgenden Punkte nicht fehlen:

  • Benutzer sollten ausschließlich die Rechte erhalten, welche sie zur Erledigung ihrer täglichen Arbeit benötigen. Fallen Aufgaben weg oder scheidet der Mitarbeiter aus, so sind auch bestehende Berechtigungen zu entfernen.
  • Der Fernzugriff sollte nur über verschlüsselte Verbindungen erfolgen und nur den Benutzern gestattet werden, die diesen auch permanent brauchen.
  • Zugriff auf Wechseldatenträger sperren
  • Verschlüsselung von Notebooks und Backupmedien
  • Verwenden von professionellen Firewalls (eine Fritz!Box gehört nicht dazu).

Dieses Thema könnte man noch unendlich weiterführen. Jedes Unternehmen muss selbst entscheiden, welche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden. Es gehört aber zu den Aufgaben eines Systemadministrators, die Geschäfts-/Betriebsleitung auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen.

5 | Clientadministration – Der tägliche Wahnsinn

IT-Administration könnte so schön sein, wenn die Anwender nicht wären. Spaß beiseite – natürlich sind wir auch dafür zuständig, dass die Mitarbeiter eines Unternehmens ihren täglichen Arbeitsaufgaben nachkommen können. Hier prallen aber nicht selten Welten aufeinander. Um so wichtiger ist es, sich auch hier entsprechend fortzubilden und zumindest die wichtigsten Anwendungen seines Unternehmens zu kennen.

Die häufigsten administrativen Aufgaben betrifft in meinem Umfeld die Microsoft Office Anwendung Outlook. Anbindung an Exchange oder POP3-Konten, die Installation von AddOns, usw..

Neben den Clientanwendungen muss sich der Admin natürlich auch darum kümmern, die Clients und Server regelmäßig mit Updates zu versorgen. Dazu zählen neben den Microsoft Updates auch Funktions- und Sicherheitsupdates von Drittanbietersoftware. Gerade Tools wie PDF-Reader, Browser und weiterer kleiner Tools werden dabei oft vernachlässigt.

6 | Backup, Backup, Backup

Es gibt und darf nichts Wichtigeres geben, als immer (!) ein aktuelles Backup aller wichtigen Systeme und Daten zu haben. Es ist praktisch die Lebensversicherung eines jeden Admins. Daher sollte die Einhaltung der Backupstrategie zu den obersten Aufgaben eines Systemadministrators gehören. Es ist egal, auf welche Softwarelösung dabei gesetzt wird. Wichtig ist, dass ich alle Systeme sichern und im Bedarfsfall (schnell) wiederherstellen kann.

Ich habe in den vergangenen Jahren sehr gute Erfahrungen mit Veeam gesammelt, allerdings gibt es auch dort Schwachstellen, welche mit anderer Software vielleicht besser abgebildet werden können (z.B. Backup to Tape).

Das Backup auf externe Medien, welche außerhalb des Unternehmens aufbewahrt werden können/sollten, wird leider auch häufig vergessen. Dieses muss nicht zwingend auf physische Datenträger (Band, Festplatte) erfolgen, sondern kann auch als Backup in die Cloud oder einen online angebundenen Netzwerkspeicher (NAS ) abgebildet werden.

7 | Fortbildung – Up to date bleiben

Zugegeben, ein sehr allgemeiner Punkt – aber deshalb nicht unwichtiger als der Rest. Die IT ist schnelllebig und das Tempo wird nicht langsamer. Deshalb gilt es, immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben und zumindest bei den selbst eingesetzten Systemen auf dem Laufenden zu sein.

Zwar lässt sich nicht jeder Server gleich mit dem neuesten Betriebssystem ausstatten, jedoch bieten neue Versionen oft ganz neue Möglichkeiten. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Core Installationen und Container von Windows Server. Nicht selten lassen sich durch derartige Neuerungen mehrere bestehende Systeme zusammenlegen oder ersetzen. Wer hier die Augen verschließt, wird ganz schnell abgehängt.

Was Clientanwendungen angeht ist das Tempo vielleicht nicht ganz so hoch, doch auch hier sollte auf Aktualisierungen und Upgrades geachtet werden um die Kompatibilität zu Kunden und Lieferanten zu wahren.


Fazit:

Wie bereits geschrieben, sind die Aufgaben eines Systemadministrators sehr vielfältig und lassen sich kaum nach Wichtigkeit ordnen (außer dam Thema „Backup“). Ich habe in diesem Artikel sieben oft alltägliche Aufgaben aus Sicht eines Systemhaus Admins beschrieben. Die Aufgaben eines internen Administrators sollten denen aber ähneln. Die aufgezählten Punkte können je nach Unternehmensgröße ganze Stellen beschreiben und sich daher noch sehr viel ausführlicher behandeln lassen. Dessen bin ich mir bewusst ;-)

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René Albarus

René Albarus

Ich heiße René Albarus und bin seit 2002 beruflich im Bereich der Systemadministration tätig. Da auch ich einen Teil meines Wissens IT-Blogs im Internet verdanke, ist es für mich selbstverständlich, dass ich Lösungsansätze und Anleitungen in diesem Blog weitergebe.
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